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Von "Menschheit und der Welt"

Lange glaubte natürlich (es blieb mir "von Natur aus" keine andre Wahl) auch ICH daran, dass der Kopf der "Sitz" der Intelligenz weil Behälter der "grauen Hirnmasse" sei. Aufgrund vieler miteinander verglichener biologischer, medizinischer, psychologischer, soziologischer, philosophischer und religiöser Ansichten und Theorien über das Menschliche bzw. was den Menschen ausmache und ihn von anderen Säugern, Lebewesen überhaupt, unterscheide, hege ich Zweifel an der Verlässlichkeit unserer Auffassungen vom "Menschen" als hinreichende Grundlagen für Prognosen über dessen Weiterentwicklung und deren Folgen für die dieser Weiterentwicklung entsprechenden Koexistenz-Konzepte. Die "Menschheit" ist vermutlich eher eine Vielheit von Individuen unterschiedlich mitreissenden oder sie infiltrierenden Dynamiken. Sie als Experiment von "wem" auch immer zu sehen, befremdet mich nicht. Ich vermute stark, dass das gegenwärtig verfügbare Vokabular zumindest der abendländischen Sprachen zu dürftig geworden ist, um Wesentliches über die Menschheit ausdrücken zu können. Ich neige dazu, in der Ausweitung unserer an Gemütsregungen gegenüber gewohnten Einrichtungen und deren Mitbenutzern orientierten Denkweisen auf Begriffsbildung durch Übung und Anwendung mathematisch analytischer Methoden eine Möglichkeit für einen kleinen jedoch entscheidenden Entwicklungsschritt in Richtung einer Gemeinschaft gegenüber allem üblich gewordenen Streben nach mehr Annehmlich-, Behaglich- und Bequemlichkeit jeder Art und Tradition nüchterner und mündiger gewordener Individuen bieten könnte. Die Vorstellung, der Schädel-Inhalt sei der Sitz des Geistes, überzeugt mich nicht. Geist weht, wo ER will, nicht, wo Besserwisser und Rechthaber wollen, dass er sich gefälligst aufhalte, damit die Rechtfertigungen für deren Anmassungen für die Belämmerten überzeugend bleiben. Das Gehirn ist die Zentrale des Nervensystems und verfügt über Rechenkapazität, die beachtlich entwickelt werden und auch einigen Scharfsinn erzeugen kann. Das macht noch lange keinen Geist aus. Geist ist auch ohne von wovon Anderem immer Getriebenen wahrgenommen zu werden. Er ist was und wo er ist und bedarf keiner Anbetung und Huldigung, keines Kultes und keiner Opfer. Er lässt sich erst recht nicht definieren. Wo man ihn ab- und eingrenzen will, sucht er das und die Weite. Und Seele ist nicht von Geburt an oder gar vohrher eingehaucht. Der Mensch erwirbt sich Zugang zu Dynamiken der Seele und verleiht ihnen Gestalt. Sie lässt sich aber nicht besitzen. Sie kann den zu ihr Gelangten wieder verlassen, lang bevor seine fleischlich manifestierte Erscheinung sich desorganisiert und desintegriert, dazu veranlasst aus einer Vielfalt von Faktoren, von denen keine Wissenschaft alles Wesentliche weiss. Die Unmöglichkeit, Seele zu besitzen und zu verwahren treibt den Menschen, sich mit Besitz zu trösten und seinen Schmerz über entflohne Seele zu betäuben. Verzweifelte streben nach Ruhm und Reichtum. Das ist kein Werturteil, keine Geringschätzung. Das ist die Condition Humaine. Technik ist eine Manifestation eben dieser Condition Humaine und entsprechend des sie erfindenden und nutzenden Menschen würdig. Erlangt und bewahrt der Mensch ihr gegenüber die erwähnte Nüchternheit und Mündigkeit, wird er die Herrschaft über sie behalten, sie nicht zum Kult erheben und ihr keine Opfer, schon gar keine Menschenopfer darbringen.

27.2.16 18:20, kommentieren

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21.2.16 19:11, kommentieren